DESIGN AGING.

Ein ganzheitliches Konzept

für einen sozialen Service.

Das Alter in einer Gesellschaft wie der unseren, die Generation für Generation immer mehr ergraut, ist durch einen defizitären Rollenverlust gekennzeichnet: „Der alte Mensch ist eine Last“ - eine weit verbreitete Einstellung in Zeiten des demografischen Wandels, die allerdings an der Realität vorbeigeht. Denn was wäre eine/ unsere Gesellschaft ohne „die Alten“? (1)

 

Liebevolle Betreuer, geduldige Mentoren, erfahrene Berater, handwerkliche Meister, die besten Köche und faszinierendsten Erzähler. Senioren sind unsere Helden, ein Wert für jeden, persönlich und gesellschaftlich. In Gemeinschaft mit den Alten, das ist das Ziel von IRIDIUM, dem Wertschätzungsnetzwerk. Der soziale Service kehrt das “Defizitmodel” des Alterns um und hebt den Gewinn, die Zunahme an Kompetenzen, das über viele Jahre gesammelte Wissen und gereifte Erfahrungen als Profit für die junge Generation hervor. IRIDIUM fördert den Dialog zwischen den Generationen, das gemeinsame Tun und das voneinander lernen. Jung von Alt, aber auch Alt von Jung. 

 

IRIDIUM motiviert das Individuum in seinen Fähigkeiten, sich auch im Alter neu zu entdecken und so Kompetenzen gewinnbringend in eine diverse Gemeinschaft einzubringen. So befähigt und unterstützt der Service gerade ältere Menschen, sich aktiv ins gesellschaftliche Leben zu reintegrieren und dabei finanzielle Unabhängigkeit zu erlangen. Denn Generationenvielfalt und Synergieeffekte sind Katalysatoren für persönliches Wachstum und Lebensqualität für gesunde psychische, physische und ökonomische Lebensprozesse. 

 

Use Case: Rita ist heute 69Jahre alt. Sie arbeitete in einer Industrienäherei – von der Lehre bis zum Eintritt in die Rente – also lebenslang. Noch immer betätigt sie sich, heute als Ruheständlerin, handwerklich und kreativ: Sticken, nähen, klöppeln sind ihre Passion. IRIDIUM brachte sie mit dem ungarischen Designer-Label "Kele clothing" zusammen. Dort unterstützt Rita die Jungdesigner mit ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten. Die über Jahrzehnte erworbenen Kompetenzen aus ihrem traditionell erlernten Handwerk verbindet sie mit eigenen Ideen und inspiriert die Unternehmer, die Kleidungsstücke mit Sorgfalt, Aufmerksamkeit und viel Liebe zum Detail zu fertigen.

Seit Rita diese Kooperation eingegangen ist, fühlt sie sich wieder nützlich und geschätzt, erfährt Wertschätzung und Achtung und bessert zudem deutlich ihre kleine Rente auf. IRIDIUM berät und unterstützt die Fusion dieses generationsübergreifenden Teams, in dem realisierbare Arbeitszeiten, angemessene Honorare, sowie verbindliche Löhne abgesprochen und festgelegt werden.

Miriam Schmalen sieht sich im Beruf der Kommunikationsdesignerin als visuelle Vermittlerin und als Gestalterin von Beziehungen, Prozessen und Lebenssituationen. Ihr Bachelorprojekt IRIDIUM orientiert sich an der gesellschaftlichen Entwicklung im demografischen Wandel und deren Herausforderungen in der Zukunft. Durch vernetztes Denken in verschiedenen Disziplinen entstand ein ganzheitliches Konzept für einen sozialen Service. Entwickelt in einem interdisziplinären Team des Smartcity Lab, einem Inkubatorprogramm des Designterminal Budapest, welches Innovationen auszeichnet und berät, wuchs im Frühjahr 2015 "Das Wertschätzungsnetzwerk" (damals unter dem ungarischen Namen "nagyiapp"). In Zusammenarbeit mit der Stadt Budapest und lokalen Institutionen wurde aus einem Pilotprojekt ein fester Anker für einen gemeinsamen Austausch in der ungarischen Hauptstadt. 

 

Das Corporate Design des Services geht auf die breit gefächerte Zielgruppe und deren Bedürfnisse ein. Die Identität ist freundlich, klar und intelligent. 

Barrierefrei und nutzerfreundlich, ist die Landingpage auf das Wesentliche reduziert und lenkt behutsam das Interesse das Besuchers zum Kern der Dienstleistung. Elemente wie die Icons vermitteln, neben einer dekorativen Markenpersönlichkeit durch Farbe und Stil, Bedeutung. Sie leiten, kategorisieren und inspirieren - auch in den Analogmedien. Eine Plakatkampagne informiert und inspiriert mit zielgerichteten Botschaften. Entwickelte Spiele, z. B. zur Stärkung des Team- und Gemeinschaftgefühls, sowie Einladungskarten, Postkarten und Goodies sprechen eine freundliche und vertrauenserweckende, visuelle Sprache. Das modulare Logo repräsentiert jedes Mitglied individuell. Aspekte wie Wissen & Fähigkeiten, Bedürfnisse & Wünsche, Interessen & Orientierung, werden zur Registrierung in einem umfangreichen Frageprotokoll erschlossen. Anschliessend werden die Antworten ausgewertet und automatisch in einem Netzdiagramm visualisiert. Es entsteht ein persönliches Logo, welches jedes einzelne Mitglied individuell widerspiegelt.

 

(1) Quelle: Auszug aus einem Gastbeitrag von Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Lehr

Gründungsvorstand des Deutschen Zentrums für Alternsforschung (DZFA)
 

Letzte Aktualisierung: 01.05.2018