Bauhaus | Artist in Residence

Nun endlich schläft wieder ein Gast bei den Kandinskys auf der Matte, nun riecht es wie damals nach Hammelfleisch dank Duftmaschinen welche verbriefte Sinnlichkeiten der Vergangenheit zu gegenwärtigen Wahrnehmungen wiederbeleben. Apparaturen gaukeln und plötzlich ertönen jauchzend Kinderstimmen, als stürmten die Gören hinter einer der Pinien im Garten hervor: „Attacke - Bauhaus - Spielhaus“. Leben! Die Besucheraugen strahlen, Vorstellungen entfachen und der Homo Ludens, der spielende Mensch, kommt wieder zu Tage.

 

Nicht erst seit die Meisterhäuser zusammen mit dem Bauhausgebäude in Dessau als einzigartige und schützenswerte Kulturgüter in die Liste des Unesco- Weltkulturerbes aufgenommen wurden, besteht ein weltweites Interesse an den von Walter Gropius entworfenen Bauten.


Seit Beendigung der Sanierungsarbeiten 2012 und der Wiederherstellung der historischen Aussenanlagen ist der Gesamteindruck des Ensembles wieder sichtbar. Die Häuser wurden bis zu diesem Zeitpunkt zumeist museal für Ausstellungen genutzt. Doch das pulsierende Leben der Künstler, ihrer Familien und Gäste ist aus den Häusern entwichen, die damalige Atmosphäre kaum vorstellbar. 

 

Eine Auswahl von 30 internationalen Künstlern, Designern und Architekten wurden daher im Sommer 2013 ausgewählt, sich vor Ort mit der Herausforderung eines umfangreichen Ausstellungs-Redesign zu befassen, um die Meisterhäuser zu neuem Leben zu erwecken. Auftraggeber war die Stiftung Bauhaus Dessau gemeinsam mit der Ikea-Stiftung. Dokumentiert wurde der Prozess von "The Germans" als Medienpartner und weiteren Architektur- & Designmagazinen.

 

Wochen des Research in den Archiven des Bauhaus, ein reger Austausch in seinem Umfeld und der Input durch Vorträge und Workshops mit internationalen Experten, führten die drei Teams zu ihren Ergebnissen. Die entstandenen Produkte wurden im Meisterhaus Kandinsky/ Klee installiert.

 

Es berichten:

Die Süddeutsche

Die Mitteldeutsche

The Germans

blouinartinfo

MDR

Bauhaus Stiftung

Ikea Stiftung

Miriam Schmalen entwarf innerhalb des entwickelten Ausstellungskonzepts des Einbürgerungsautomaten eine Infobroschüre, welche den Besucher durch das Kandinsky Meisterhaus leitet, wichtige Informationen gibt und in kleinen Anekdoten das damalige Leben im Haus näher bringt. Die Broschüre wird in Form eines Passes der 20er Jahre aus dem im Eingangsbereich platzierten Automaten ausgeworfen.

 

Pass- Party / Der Einbürgerungsautomat

(Sven Borger/Magdalena Dimansky/Miriam Schmalen)

 

Bauhausakteure trafen zu ihrer Zeit nicht nur im Rahmen der Kunst oder der Lehre aufeinander, das Bauhaus war auch bekannt für seine ausgiebigen und selbstironischen Feste. Eine der legendären Feierlichkeiten ereignete sich im März 1928 anlässlich Wassily und Nina Kandinskys lang ersehnter Einbürgerung. Schauplatz waren die Räumlichkeiten ihrer Doppelhaushälfte in der ehemaligen Burg-Kühner-Allee 6.

 

Die Apperatur "Pass-Party", installiert im Eingangsbereich des Kandinsky/Klee Meisterhauses, ist Teil des neuen, interaktiven Ausstellungs-Design. Sie lässt den Augenblick in kurzer und abstrakter Form revue passieren und ist Stimmungsübermittler. Eine Stimmung die sich auf die Vergangenheit bezieht und doch in der Gegenwart beheimatet ist.

 

Wer diese Zeitmaschine betätigt wird zum Mitfeiern verpflichtet! Das entwickelte Perpetuum- Mobile wirft, nebst einem Fläschchen russischem Wodka, einen Pass aus. Der Gast wird mit wildem Rattern willkommen geheissen und mit einem Konfettiregen übergossen. 

Letzte Aktualisierung: 01.05.2018